Schon beim ersten Treffen des Aktivkreises Ortsmitte im Juni 2011 standen die leidigen „Socken- und Hosenträgermärkte“ in der Diskussion. Sie wurden von der Gemeinde abgehalten, teilnehmen konnte wer wollte, eine Auswahl fand nicht statt. Seit Jahren drängten mehr und mehr Anbieter von Billigstkleidung und Plastikspielzeug auf die Märkte. Die guten Händler blieben zunehmend fern. In der Folge wurden auch die Marktbesucher immer weniger. Am Ende verzichteten fast alle Geschäfte rund um den Marktplatz auf die Sonntagsöffnungen, die sich nicht mehr lohnten.
Als Liebhaberin schöner Märkte warb Hilde Haushofer im Aktivkreis für ein grundsätzlich neues Konzept mit Qualität, Ambiente und einer heiteren Flanieratmosphäre. Im Jahr darauf begann sie mit der Organisation eines kleinen Weihnachtsmarktes, der unter dem Motto Wintermärchen am dritten Adventssamstag 2012 und 2013 auf dem Marktplatz stattfand. Als zweiten Schritt führte sie mit dem Projektteam des Aktivkreises Ortsmitte die ersten Sommermärkte durch, die am 23. Juni 2013 und am 6. Juli 2014 mit Kunsthandwerk & Delikatessen Gäste aus der ganzen Region in die Ortsmitte einluden. Der Lohn für gut 900 Stunden ehrenamtlicher Arbeit: Diese vier Marktveranstaltungen zeigten, dass es in Markt Schwaben und Umgebung viele Menschen gibt, die sich für schöne Waren begeistern lassen und Qualität zu schätzen wissen.
Im Dezember 2014 präsentierte Hilde Haushofer dann das anspruchsvolle Gesamtkonzept der Schwabener Vier-Jahreszeiten-Märkte im Marktgemeinderat. Von zentraler Wichtigkeit war dabei, dass in Zukunft eine Jury die Bewerbungen von Händlern prüfen würde, die außer einem Herkunftsnachweis ihrer Waren auch Fotos des Standes einreichen sollten. Als unvermeidbar erwies sich, sowohl die Termine der bisherigen Straßenmärkte wie auch deren Namen zu ändern – andernfalls hätten alle früheren Marktteilnehmer einen einklagbaren Rechtsanspruch auf weitere Teilnahme, eine qualitative Erneuerung wäre unter den alten Marktnamen also unmöglich.
Das neue Konzept wurde mit großer Mehrheit angenommen. Vier Mitglieder des Marktgemeinderates stimmten dagegen, weil sie den Muttertag als Markttermin nicht für geeignet hielten. Seit 2015 sind nun die neue Leiterin des Ordnungsamtes Katrin-Maria de Laporte und ihre Mitarbeiter mit Elan dabei, die zusätzlichen Veranstaltungen Frühlingsmarkt, Herbstmarkt und Wintermarkt in die Realität umzusetzen. Da die althergebrachten Warenmärkte in Markt Schwaben (ebenso wie in Erding, Ebersberg und vielen weiteren Marktorten) so extrem an Qualität verloren hatten, war hier eine enorme Aufbauarbeit zu leisten. Sie bewiesen schon im ersten Jahr, dass nicht nur Kunsthandwerkermärkte, sondern auch Warenmärkte mit einer ausgewogenen Mischung aus klassischen Marktangeboten in guter Qualität, ansprechenden Gastronomieständen und handgefertigten Waren die Besucher erfreuen und unsere Ortsmitte bereichern.
Den Anfang machte 2015 der Frühlingsmarkt am Muttertag. Der Duft von Crêpes und Steckerlfisch lockte ebenso wie leckere „Smoothies“ und Prosecco, Erdbeeren und Spargel, Schönes für Haus und Garten, Bio-Brot, Bergkäse, Glasperlen- und Modeschmuck, edle Seidentücher, mediterrane und thailändische Spezialitäten, Küchengeräte, Schokofrüchte, feinste Marmeladen und vieles mehr. Die Marktkapelle spielte und Clown Pippo verzauberte kleine wie große Besucher.
Vor allen vier Märkten entscheidet jeweils eine Jury über die Standvergabe – bei einer Bewerbung senden Sie bitte aussagekräftige Fotos Ihres Standes und Ihres Angebotes mit. Ansprechpartner ist Uwe Ritschel: uwe.ritschel(at)arcor.de, Telefon 08121 / 1861. Bei vergleichbaren Waren werden maximal zwei Anbieter angenommen.
Die Vier-Jahreszeiten-Märkte öffnen von 10 bis 18 Uhr, die umliegenden Geschäfte von 13 bis 17 Uhr (außer im Advent).