Eine Information des Aktivkreises Umwelt
(Autor: Winfried Scholz, Mitglied im LBV)
Als Ergebnisse der jährlichen Zählungen der Gartenvögel, an der bayernweit tausende Vogelfreunde teilnehmen, publizierte der Aktivkreis Umwelt eine Informationsserie über Winter- und Sommervögel. Dabei berichtete der AK in acht Folgen über ausgewählte Vogelarten, die sich bei uns in Gärten und in unserer natürlichen Umgebung aufhalten und beobachtet werden können. Beschreibungen von Aussehen, Verhaltensweisen, Vorkommen, Brutzeiten und besonderen Anforderungen an ihren Lebensraum sollen der Bevölkerung unsere heimische Vogelwelt näherbringen. Gleichzeitig möchte der AK auf deren dringend notwendige Schutzbedürftigkeit durch ständig fortschreitende Verluste an Lebensraum und Lebensraumqualität hinweisen. Auch wenn sich nach Auswertung und Darstellung der Ergebnisse der Zählungen durch Naturschutzbund (NABU) und Landesbundes für Vogelschutz (LBV) immer wieder eine Reihe bekannter Vögel im Vorderfeld behaupten können, so ist doch festzustellen, dass der Bestand einiger Arten immer weiter abnimmt. Dies betrifft im Besonderen Rotkehlchen, die Gruppe der Finken, Zaunkönige und auch Amseln. Überdurchschnittliche Rückgänge sind auch bei Eichelhähern, Buntspechten und Kleibern zu verzeichnen.
Vögel benötigen in den Wintermonaten zusätzliche Energie, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Fettprodukte sind eine wertvolle Energiequelle, die Gartenvögel dankbar annehmen. Das Aufstellen von Futterhäuschen oder Futterspender, das Anbringen von Futtersäulen oder Meisenknödeln tragen wesentlich zur Aufrechterhaltung unserer Vogelbestände bei. Was bei der Fütterung zu beachten ist kann auf den Internetseiten des LBV (lbv.de) nachgelesen werden. Nach Untersuchung von Umweltverbänden kommt die Winterfütterung etwa 10 bis 15 Vogelarten zugute.
Grundsätzlich wird zwischen Weichfutterfressern (Rotkehlchen, Meisen und Heckenbraunelle) und Körnerfressern (Finken, Sperlinge, Ammern, Erlenzeisige, Stieglitze) unterschieden, wobei Übergänge fließend sind. Oft suchen sich Gartenvögel ihr Futter auch am Boden wie zum Beispiel Buch- und Bergfinken, Zeisige, Drosseln und Amseln. Wichtig ist daher auch das intakte Bodenleben im Garten. Unter altem Laub zwischen den Sträuchern finden Vögel ihre tierischen Leckerbissen: Spinnen, Asseln und Würmer. Im Herbst eingesetzte Laubsauger vernichten zum großen Teil dieses Nahrungsangebot. Weiterhin sind fruchttragende Sträucher, Gebüsche und Hecken ausgesprochen wertvolle Lebensräume für verschiedene Tier- und Vogelarten, und sollten Bestandteil in einem naturnahen Garten sein. Auch hier finden Vögel reichlich Nahrung, sowie gute Versteckmöglichkeiten.
Mit dieser Vogel-Informationsserie möchte der Aktivkreis Umwelt dazu beitragen, dass einerseits die natürliche Umwelt in unseren Gärten und in unserer nächsten Umgebung erhalten bleibt, und andererseits die Vielfalt im Nahrungsangebot und an förderlichen Strukturen gesteigert werden kann. Die Informationsserie startet mit dem Rotkehlchen und der Heckenbraunelle. Beide Vogelarten verlassen im November unsere Region und machen sich auf in den Süden, einige von ihnen bleiben jedoch auch hier bei uns und sind bei geeignetem Futter an Futterplätzen anzutreffen. Im März erwarten wir die Rückkehr der Teilzieher.
Das Rotkehlchen ist aufgrund seines melancholischen Gesanges einer unserer beliebtesten Vögel. Es bevorzugt feuchte, unterholzreiche Laub- und Mischwälder, Parkanlagen und Gärten mit dichtem Gebüsch. Es ist an der orangeroten Kehle und Brust, sowie an der aufgeplusterten, rundlichen Gestalt leicht zu erkennen. Die weißlich-hellgraue Unterseite, die auffallend runden dunklen Augen und der braunschwarze spitze Schnabel sind weitere besondere Merkmale. Die Nahrung besteht vor allem aus Insekten, Würmern und anderen kleinen Weichtieren. Die Männchen singen früh morgens, aber auch abends bis weit in die Dämmerung hinein, von Mitte Januar bis Mitte Juni. Danach beginnt die Mauser bis Ende September. Rotkehlchen nisten in Bodennähe und haben zwei Bruten zwischen April und Juni mit meist 5–7 Eiern.
Die Heckenbraunelle ist ein versteckt lebender, schlanker Vogel, der oft mit dem Spatz verwechselt wird. Besondere Merkmale bei Altvögeln sind der spitze rotbraune Schnabel und die deutlich bleigraue Färbung von Kopf, Hals und Brust. Der Rücken ist dunkelbraun und zeigt schwarze Streifen. Die Beine sind orangebraun bis rotbraun gefärbt. Man entdeckt die Heckenbraunelle in Laubmischwäldern, Parkanlagen mit ausreichendem Unterholz sowie Gärten mit buschigen Hecken und dichten Sträuchern. Sie bewegt sich langsam geduckt, mit wippendem Schwanz am Boden und ist dabei meist schweigsam. Der Flug der Heckenbraunelle ist kurz und flatternd. Ihr Gesang mit schnellen Tonfolgen besteht aus einer nur kurzen Strophe mit zwitschernden Tönen. Ihre Ernährung variiert nach Saison. Sie pickt in niedriger Vegetation Insekten, Spinnen, Samen und Beeren auf, im Flug auch Insekten. Das Nest baut sie im Dickicht versteckt, niedrig über dem Boden. Die Brutsaison findet in den Monaten von April bis Juli mit meist zwei Bruten statt. Aus 3–6 türkisfarbenen Eiern schlüpfen nach 10–14 Tagen die Jungen.
Der Zaunkönig ist nach dem Goldhähnchen der kleinste europäische Vogel. Die rundliche Gestalt, die kurzen Flügel und sein aufgerichteter rotbrauner Schwanz sind seine besonderen Kennzeichen. Hinzu kommt das unauffällig zimtbraune, teilweise dunkel quergebänderte Gefieder, wobei die Unterseite etwas heller ist. Männchen und Weibchen sind gleich gefiedert. Der Zaunkönig ist ein regelmäßiger Brutvogel, aber auch Teilzieher in unseren Gebieten, der sich von Insekten, Larven und Spinnen ernährt. Er ist bei seinem niedrigen Flug mit schwirrenden Flügelschlägen leicht zu erkennen. Besonders gern hält er sich das ganze Jahr an Grabenrändern von kleinen Flüssen mit überhängendem Wurzelwerk auf. Er liebt Unterholz, Gebüsch und Dickicht. Sein weit hin hörbarer Gesang ist kräftig mit Trillern und Rollern, auch in der Winterzeit. Das kugelförmige Nest besteht aus Moos oder Laub mit seitlichem Eingang. Zur Brautwerbung baut das Männchen zusätzlich sogenannte Spielnester, die jedoch nicht ausgefüttert sind. Bei 2 Bruten im Mai und Juli, Dauer 14–15 Tage, legt das Weibchen 6–7 weiße Eier, meist braun gefleckt.
Der Kleiber hat einen gedrungenen Körper mit einem großen Kopf, sehr kurzem Hals und kurzen Schwanz. Sein Gefieder ist auf der Oberseite blaugrau, auf der Unterseite ockerfarben bis rostrot, dies vor allem bei Männchen. Ein besonderes Merkmal ist der schwarze Augenstreifen und der lange spitze Schnabel. Der Kleiber ist als Standvogel ganzjährig bei uns anzutreffen und durch seine lauten Pfeiftöne leicht zu erkennen. Als Waldvogel liebt er Laub- und Mischwälder mit altem Baumbestand und Unterholz, ist aber auch in Gärten und Parks anzutreffen. Seine Nahrung sind Insekten, Larven und kleine Spinnen, die er in Baumrissen und –spalten sucht, im Winter auch Sämereien, Nüsse und Eicheln. Er ist flink und lebhaft und kann am Baumstamm sowohl aufwärts wie mit dem Kopf nach unten klettern. Bruthöhlen in Baumspalten, verlassenen Spechtlöchern oder in Nistkästen werden mit Rindenstücken, Gras und Federn ausgelegt. Zu große Lochöffnungen werden mit Lehmerde bis auf einen kleinen Eingang verklebt. Im April bis Mai legen Kleiber 5–9 milchig weiße Eier mit rostroten Flecken. Die Jungen verlassen das Nest nach 22 bis 25 Tagen und sind sofort flugtauglich.
Der Feldsperling ist weit verbreitet und gehört bei uns in Deutschland zu den Standvogelarten. Man findet sie in Feldgehölzen, Wäldern, Obstgärten, Parks und in Siedlungen. Es sind gesellige Tiere, sie brüten in Kolonien oder einzeln in Nistkästen und bilden im Herbst dichte Scharen. Sie unterscheiden sich vom Haussperling durch den weißen Halsring, einen dunklen Wangen- und schwarzen Kehlfleck sowie einen braunen Oberkopf und Nacken. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt. Ihr Gesang ist ein rhythmisches Tschilpen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen von Gräsern, Kräutern und Getreide, die überwiegend vom Boden aufgenommen wird, aber auch auf Halmen sitzend. Die Jungen werden mit Insekten gefüttert. Im Winter sieht man sie am Futterhäuschen oder auch an Meisenknödeln Körner picken. Feldsperlinge können von April bis Juli bis zu dreimal brüten, legen 3–6 Eiern bei einer Brutdauer von bis zu 16 Tagen. Die Eier sind kleiner als die des Haussperlings, sie haben dunkle Flecken auf weißem oder blassgrauem Grund. Ihre Feinde sind Katze, Sperber, Falke, Elster und der Mensch.
Die Elster gehört zur Familie der Rabenvögel und zählt aufgrund ihres Verhaltens zu den intelligentesten Vögel. Männchen und Weibchen sehen gleich aus – Kopf, Rücken, Brust sind schwarz, Bauch und Flanken sind weiß. Die langen Federn und Armschwingen glänzen je nach Sonneneinwirkung metallisch blau oder grün. Der kräftig gebaute Schnabel und die scharfen Krallen sind weitere Merkmale. Ihr Flug ist langsam und flatterig. Man sieht sie in Kulturlandschaften, Dörfern, Städten, Parks, Gärten und an Waldrändern. Elsternpaare leben ein Leben lang zusammen und machen vieles gemeinsam, wie Nester bauen, Jungvögel aufziehen oder nach Nahrung suchen. Diese wird am Boden oder auch hüpfend im Gebüsch gesucht. Elstern sind Allesfresser, sie plündern Vogelnester, fressen Würmer, Insekten, Spinnen, Schnecken, kleine Säugetiere, Aas, Abfälle usw. Im Winter finden sie Verwertbares auf Müllplätzen. Nach Fertigstellung des Nestes – oft hoch oben in Bäumen zu finden – beginnt das Weibchen in der Regel Anfang April mit der Eiablage. Die 4–8 Eier haben eine hellgrüne bis sandfarbige Färbung mit dunkelbraunen Flecken. Die Brutdauer beträgt bis 23 Tage. Nach 26-30 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Ihre größten Feinde sind Habicht, Sperber, Wanderfalke, Krähe, Kolkrabe und der Mensch, der sie abschießt, illegal fängt oder vergiftet.
Die Mönchsgrasmücke gehört zu den besten Sängern. Ihr typischer Gesang beginnt mit einem leisen Vorgesang und geht dann über zu einem lauten, freudig jubelnden zweiten Teil, zur Balz insgesamt etwas länger, mit zunehmender Brutzeit kürzer. Die Oberseite des Gefieders ist grau bis dunkelgrau gefärbt, die Unterseite olivgrau. Charakteristisch für die Männchen ist die schwarze Kappe, für die Weibchen die braune. Die Mönchsgrasmücke lebt recht versteckt in Gebüschen in naturbelassenen Gärten, in Parks mit viel Baumbestand, aber auch in lichten Wäldern. Die Nahrung besteht, vor allem während der Brutzeit von Mai bis Juli, aus Insekten, Spinnen und anderen Weichtieren, aber auch aus Beeren und anderen Früchten. Sie baut ihr halboffenes Nest bodennah im dichten Gebüsch. Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Das Gelege besteht aus 4–6 Eiern, die unterschiedlich gefärbt sein können. Nach etwa 30 Tagen verlassen die Jungen das Nest. Zur Überwinterung zieht die Mönchsgrasmücke ins nördliche Afrika.
Foto: Richard Straub
Mauersegler gehören zur Familie der Segler und sind mit Schwalben nicht verwandt. Sie sind bis auf die grau-weiße Kehle bräunlich-schwarz, sie haben sichelförmige, bis 17 cm lange Flügel und einen kurzen gegabelten Schwanz. Mit ihren kleinen Stummelfüßen können sie sich gerade noch an senkrechtes Mauerwerk anklammern. Ihre Lautäußerungen sind schrille Schreie während des Fluges. Mauersegler werden in der Regel 6–10 Jahre alt. In unseren Gebieten halten sie sich je nach Witterung von Ende April bis August auf. Das gesamte Leben der schnellen, eleganten Flieger spielt sich in der Luft und damit im Flug ab, oft wochenlang ohne Bodenkontakt. Sie balzen, trinken und erbeuten fliegende Insekten in der Luft, aber auch knapp über dem Boden. Bei ihren rasanten Flügen erreichen sie im Sturzflug Geschwindigkeiten bis 220 km/h. Zum Schlafen steigen sie in warme Luftschichten bis in eine Höhe von über 3000 m auf. In der Brutzeit von Mai bis Juli legen Mauersegler 2–3 (4) längliche, weiße Eier. Die Nestlingszeit selbst, während der sich die Eltern um ihre Jungen kümmern, dauert knapp über 40 Tage.
Foto: Richard Straub
Nach dem Verlassen des Nestes sind die Jungvögel bereits fit für den Flug nach Afrika und können sich schon selbst versorgen. Heutige modernisierte Gebäude und Fassaden bieten leider nur noch wenige Brutplätze. Deshalb müssen möglichst viele Nisthilfen angeboten werden, damit wir uns an diesen Luftkünstlern auch weiterhin erfreuen können. Für Auswahl und Anbringen von Nistkästen steht der Landesbund für Vogelschutz (LBV) gerne zur Verfügung.
Die Bachstelze gehört zu den ersten Frühlingsboten im März. Sie ist ein langbeiniger und schlanker Bodenvogel. Ihr schneller, trippelnder Gang mit dem stets auf und ab wippenden Schwanz sowie ihr deutlich wellenförmiger Flug mit den hektisch schlagenden Flügeln sind typische Erkennungsmerkmale, ebenso wie das schwarz-weiß-grau gefärbte Gefieder mit schwarzer Kehle, Haube und langem Schwanz. Der Lebensraum ist vorwiegend das offene Gelände. Man trifft sie auf Äckern und Feuchtwiesen an, in städtischen Parks, meist aber in der Nähe von Gewässern. Sie ernährt sich ausschließlich von tierischer Nahrung wie Spinnentieren, Insekten, Larven, Mücken und Ameisen. Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis Juli mit meist zwei Jahresbruten. Die 5–6 Eier mit ihrer weißlich-gräulichen Färbung werden in ca. 14 Tagen ausgebrütet. Die Nestlinge sind anfangs blind und werden von beiden Elternpaaren gefüttert. Nach etwa 14 Tagen sind sie dann flügge. Im Herbst ziehen Bachstelzen Richtung Süden in den Mittelmeerraum bis in den Norden Afrikas.
Der Kiebitz ist ein etwa taubengroßer Vogel, den man im Flug an seinen breiten gerundeten Flügeln erkennt. Während der Balzzeit im Frühjahr vollführt er rasante Flugmanöver mit Sturzflügen und Rollen, aber auch Angriffe in der Luft gegen Feinde wie Rabenkrähen und Greifvögel. Kiebitze haben einen metallisch grün und violett schimmernden Mantel und Oberflügel, einen weißen Bauch mit einem scharf schwarz abgegrenzten Brustband. Am auffälligsten ist jedoch die lange schwarze Haube. In die Nestmulde auf dem Acker legt das Weibchen 3–4 Eier, die von beiden Altvögeln in 28 Tagen ausgebrütet werden. Danach werden die Küken noch bis zu 5 Wochen gefüttert bis sie flügge werden. Kiebitze ernähren sich von Insekten, Käfern, Ameisen, Raupen und Regenwürmer und sind tag- und nachtaktiv. Sie bevorzugen weite, offene und wenig strukturierte Flächen mit hoher Bodenfeuchtigkeit. Man trifft sie aber auch auf trockenen Weiden, kurz gemähten Wiesen und Ackerflächen an. Kiebitze gehören zu den streng geschützten Arten nach § 10 Abs. 2 Nr. 11 BNatSchG. Sie wurden in den letzten Jahren aus ihren ursprünglichen Lebensräumen vertrieben, insbesondere durch die Intensivierung der Landwirtschaft (so bedeutet etwa der vermehrte Düngemittel- und Insektizid-Einsatz den Verlust von Insektennahrung) und die Störung der Brutgebiete durch intensive Freizeitnutzung.
Die Goldammer ist einer der wenigen Vögel, die auch in der Mittagshitze des Hochsommers noch singen. Typisch für die Goldammer ist die leuchtende Gelbfärbung des Männchens am Kopf und Brustbein. Die Rückseite ist braun gescheckt und gestrichelt, der Schnabel recht kurz und klein. Die Weibchen sind ohne die kräftigen Gelbtöne dezenter gefärbt. Beliebte Lebensräume der Goldammer sind vor allem Waldränder, Hecken, offene Kulturlandschaft und lichte Auwälder. Bei der Nahrungssuche hält sich der Vogel in Bodennähe auf. Die Nahrung besteht aus Insekten, Spinnentieren, Getreide, Samen und Pflanzenteilen. Im Frühjahr kommen die Männchen vor den Weibchen im Brutgebiet an und besetzen sogleich ein Revier. Die Nester werden meist auf dem Boden oder in Bodennähe angelegt und ein Gelege besteht aus jeweils 3–5 Eiern mit weißlich bis hellblauer Färbung. Im Winter kann man Goldammern in kleinen Schwärmen beobachten.
Der Grünfink gehört in Europa zu den häufigsten Singvögeln und ist an Waldrändern, Parkanlagen und in Gärten anzutreffen. Er fällt sofort auf durch seine leuchtend grüne Färbung mit dem gelben Flügelspiegel, aber auch durch seinen kräftigen hellen Schnabel und kurzen Schwanz. Der Flug ist schnell und erfolgt in Wellenlinien mit kurzen Folgen rascher Flügelschläge zwischen Gleitphasen mit geschlossenen Flügeln. Grünfinken suchen sich ihre Nahrung oft am Boden, aber auch in Sträuchern und niedrigen Bäumen. Sämereien, Früchte, Blütenknospen und Hagebutten sind ihre Vorlieben. Das Grünfinkenpaar baut sich sein Nest aus Zweigen und Halmen im dichten Gebüsch von Hecken. Nur das Weibchen brütet, das Männchen hilft bei der Aufzucht. Gelege bestehen meist aus 4–5 blauweiß gefärbten Eiern. Zwei Jahresbruten sind die Regel. Im Winter ist der Grünfink ein fleißiger Gast am Futterhäuschen und zeigt dabei oft ein streitbares Verhalten gegenüber anderen Vogelarten.
Der Stieglitz, auch Distelfink genannt, fällt besonders durch sein farbenfrohes Gefieder auf: Der Kopf ist leuchtend schwarz-weiß-rot, der Rücken braun, die Unterseite hell bräunlich und die Flügel sind schwarz mit weißen Tupfen und schmaler gelber Binde. Stieglitze leben in offener, baumreicher Landschaft. Sie bauen ihr Nest gut getarnt an hoch gelegenen Orten in Bäumen oder Hecken. Ihr Gesang ist, außer in der Mauser, das ganze Jahr zu hören. Die bevorzugte Nahrung sind Samen von Stauden, Bäumen, Wildkräutern wie Disteln und Kletten, aber während der Brutzeit auch Insekten und Blattläuse. Die Weibchen haben in der Regel von Mai bis August zwei Bruten mit 5–6 Eiern, weißlich matt mit blassen roten Flecken. Erst wenn die Jungen nach etwa einer Woche die Augen geöffnet haben, sind die Männchen zur Stelle und füttern mit. Außerhalb der Brutzeit ziehen Stieglitze in kleinen Gruppen umher. Als Standvogel sind sie im Winter auch bei uns anzutreffen. Manche zieht es jedoch in der nassen Jahreszeit oder in strengen Wintern in wärmere südliche Regionen.
Der Hausrotschwanz ist etwas kleiner als der Haussperling und an seinem rostorangen Schwanz und seinem im Kehl- und Wangenbereich dunklen, teils schwärzlichen Gefieder leicht zu erkennen. Die Weibchen dagegen sind deutlich unscheinbarer graubraun gefärbt. Typische Kennzeichen sind auch das häufige Knicksen und Zittern mit dem Schwanz sowie die aufrechte Sitzhaltung. Als ehemaliger Felsbewohner im Gebirge ist der Hausrotschwanz heute fast überall in Städten und Dörfern in der Nähe von Gebäuden anzutreffen. Er ist vorwiegend tagaktiv und bereits frühmorgens kann man seinen Gesang in der Brutzeit hören. Seine Nahrung besteht fast ausschließlich aus Insekten und Spinnentieren. Oft späht er von einer hohen Warte nach seiner Beute aus, die er meist am Boden, manchmal auch im Flug fängt. Im Herbst sind auch reife Beeren willkommen. Das Weibchen sucht den Nistplatz in felsigen Spalten, in Nistkästen oder an Gebäuden alleine aus. Das Nest ist recht groß gebaut mit einer tiefen Mulde, die weich ausgefüttert wird. Das Gelege von zwei Jahresbruten umfasst meist 5 weißliche Eier, die über einen Zeitraum von 14–16 Tagen vom Weibchen alleine ausgebrütet werden. Nach etwa 16–18 Tagen verlassen die Jungen das Nest. Im Herbst oder im frühen Winter ziehen Hausrotschwänze in den Süden Europas oder ins nördliche Afrika und kehren bereits Ende Februar wieder in ihre Brutgebiete zurück.